Fockbeker Kochfreunde

Heute bin ich um 18:00 Uhr mit den Fockbeker Kochfreunden in der Schulküche der Bergschule verabredet. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Als ich auf dem Schulhof eintreffe, werden vom Parkplatz schon die ersten Lebensmittel in die Küche getragen. Roland Böhme begrüßt mich freundlich. Er erzählt mir, dass sich die Fockbeker Kochfreunde vor 28 Jahren als reine Männerkochgruppe gegründet haben. Seitdem treffen sich die Hobbyköche am ersten Donnerstag im Monat außerhalb der Ferien, um gemeinsam zu kochen.

Die Gemeinde stellt dafür die Nutzung der Schulküche kostenfrei zur Verfügung. Neben der Schulküche befindet sich ein Raum zum Essen, in dem etwa 20 Personen Platz finden. Aus diesem Grund ist die maximale Größe der Kochfreunde auch auf 20 Personen begrenzt.

Jeweils zwei Kochfreunde planen für alle das 5-Gänge-Menue und besorgen die Zutaten. Heute sind Peter und Kalli dran und hängen die Menuefolge an eine Pinnwand. Die jeweiligen Rezepte liegen aus und die Herren finden sich in Zweiergruppen zusammen, entscheiden sich für einen Gang und schon beginnen sie konzentriert zu arbeiten. Mir fällt auf, dass hier jeder weiß, was er zu tun hat und alle sehr entspannt sind. So nutze ich Gelegenheit, mit allen Teams kurz ins Gespräch zu kommen.

Einmal jährlich findet ein Gala-Dinner mit den Ehefrauen, der Schulleitung und dem Bürgermeister statt. Da treffen sich die Kochfreunde schon mittags, um alles vorzubereiten. Roland Böhme zeigt mir eine extra dafür angefertigte Speisekarte, die in ihrer Ausfertigung mit Aquarell-Zeichnungen ein kleines Kunstwerk ist.

Im Nebenraum wird die Tafel mit einem Tischläufer, Tellern, unterschiedlichen Weingläsern, Besteck, Servietten, Blumen und Kerzen festlich gedeckt. Da soll noch einmal jemand behaupten, dass die Herren der Schöpfung keinen Sinn für Details haben! Die Teller und das Besteck können aus der Schulküche genommen werden, alles andere wird von den Organisatoren mitgebracht.

Ein Gongschlag ertönt. Was passiert jetzt? Die Köche verlassen ihre Arbeitsplätze und finden sich zusammen. Die zeitliche Abfolge ist im Vorwege exakt definiert. Um 18:45 Uhr steht der erste Gang „Lachs mit Orangen-Tee-Sauce“ bereit, serviert in einem kleinen, ovalen Glas mit einem Aperitif. Ich werde herzlich zum Essen eingeladen, was ich gerne annehme. Es schmeckt fantastisch! Dies soll erst der Beginn von einem absolut köstlichen Menue werden.

Um 19:15 Uhr setzen wir uns an den gedeckten Tisch und nacheinander werden eine Yoga-Suppe, Garnelen mit Birnen-Kompott, Rinderfilet mit allerlei Kohl und Rotwein-Schalotten und zum Dessert ein Dänischer Apfel-Streusel-Auflauf serviert, ein Gaumenschmaus nach dem anderen!

Dabei wird eine Professionalität bewiesen, die mich als Hausfrau schwer beeindruckt: Vorgewärmte und optisch gleich angerichtete Teller, eingehaltene Zeiten und eine kritische und doch anerkennende Bewertung nach den Gängen. Meine persönliche Bewertung: KÖSTLICH! So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen und ich gestehe mir ein, dass ich mich selbst wegen einiger Zutaten nicht an die Rezepte herangetraut hätte.

Nach dem Essen erfolgt das gemeinsame Abdecken, Putzen der Herdstellen und Spülen der Weingläser. Pünktlich vor 22:00 Uhr verlassen wir die Schulküche und ich bedanke mich herzlich, dass ich von dieser exklusiven und sehr sympathischen Männergruppe eingeladen wurde.

Mein Fazit: Die Fockbeker Kochfreunde sind eine kleine aber feine Gemeinschaft, die für sich einen sehr persönlichen Weg gefunden hat, das kulinarische Leben in Fockbek zu bereichern. Auf solche Aktivitäten – vor allem in dieser jahrelangen Beständigkeit – kann unsere Gemeinde sehr stolz sein.


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